Bevor du einsteigen kannst in die Fotografie, bzw. in das fotografieren lernen, benötigst du erst einmal eine Grundausstattung an Equipment. Das ist zu Beginn eine Kamera + Objektiv (und natürlich Akku und Speicherkate 😉 ).

Welche Kamera bzw. welches Equipment brauche ich eigentlich?

Am Anfang wird das für dich wohl die größte Unsicherheit sein. Fachforen oder Zeitschriften, sind da nicht immer der beste Ratgeber. Du bekommst dort meist schnell den Eindruck, dass du umbedingt die neuste und teuerste Kamera brauchst. Ebenso werden dir Verkäufer in vielen Geschäften natürlich versuchen etwas zu verkaufen, mit dem sie möglichst viel verdienen. Ich kann dir sagen, dass das ziemlicher Quatsch ist und du definitiv nicht das neuste oder teuerste Modell brauchst. Natürlich unterscheiden sich die Kameras in gewissen Punkten, aber die Kameras, die man heute kaufen kann, haben eigentlich alle eine sehr gute Bildqualität. Gute Bilder werden ja schon seit vielen Jahren gemacht, nicht erst seit den neusten Modellen.
Du solltest dich ebensowenig von der beliebtesten Marketing-Zahl überhaupt beeindrucken lassen: den Megapixeln. Ab 12MP ist es gut, ab 16MP optimal, eine zu hohe Anzahl an Megapixeln verringert häufig sogar die Qualität der Bilder, anstatt sie zu steigern. Wenn du eine gute Beratung bezüglich Kameras suchst, solltest du in kleinere Fachgeschäfte gehen.

Ich möchte dir hier trotzdem Tipps geben, auf die du bei Einsteiger Kameras achten solltest.
Grundlegend gibt es drei Dinge zu beachten: Die Handhabung, das Glas und dein Budget.

 

1. Die Handhabung

Wichtig bei deiner Kamera, ist es es dass du damit umgehen kannst. Die Bedienung sollte für dich logisch erscheinen und du solltest auch Spaß daran haben die Kamera in die Hand nehmen zu wollen. Dazu solltest du in ein Geschäft gehen (oder Freunde fragen, die eine Kamera haben) um dir die Bedienung etwas erklären zu lassen und um damit herumzuspielen. Auch wenn du noch nicht alles verstehst, kannst du doch trotzdem schon einen guten Eindruck bekommen und wirst merken, was dir besser gefällt. Da verlasse dich dann einfach auf dein Bauchgefühl.
Außerdem spielt die Größe eine Rolle. Möchtest du Gewicht und Platz sparen, damit die deine Kamera überall mit hin nehmen kannst? Dann nimm lieber eine Spiegellose Kamera. Brauchst du eine größere Kamera mit leicht zugänglichen Knöpfen, weil du z.B. große Hände hast, dann nimm ruhig eine Spiegelreflexkamera. Auch hier nehmen sich die Kameras in der Bildqualität häufig nichts.

2. Das Glas

Das Glas, also die Objektive spielen für die Bildqualität eine sehr wichtige Rolle, in der Regel ist ein besseres Objektiv hilfreicher, als eine vermeintlich bessere Kamera. Bei einer 1000€ Kamera, ein Objektiv für 50€ dran zu machen, lohnt sich einfach nicht. Es gibt für Einsteigerkameras meistens Kit’s bzw. Kit-Objektive, die man zusammen mit der Kamera kaufen kann. Die Kit-Objektive sind, was die Bildqualität angeht, vergleichsweise schlecht. Sie können für Anfänger durchaus geeignet sein, ich würde aber davon abraten. Zur Auswahl des ersten Objektivs schreibe ich aber weiter unten im Aritkel nochmal etwas. Generell kannst du dir aber merken, dass du lieber Geld für ein gutes Objektiv ausgeben solltest, anstatt für eine neue Kamera (es sei denn du hast noch keine).

3. Dein Budget

Kauf nichts, was du dir nicht leisten kannst. Das klingt simpel, häufig wird allerdings vergessen, dass es mit dem Kamera Kauf nicht getan ist. Es kommen noch Objektive hinzu, die meist recht teuer sind und zusätzliches Equipment, wie SD-Karten, Akkus, Blitze, etc.. Hier empfehle ich dir mal eine Kamera und Equipment zusammenzusuchen und das zusammenzurechnen, einfach damit du ein Gefühl dafür bekommst, was für dich auch perspektivisch leistbar ist.

Der Bildsensor

Der Bildsensor ist das relevante Bauteil, wenn es sich um die Dynamik und das Rauschverhalten dreht. Das wird wichtig, wenn es darum geht bei wenig Licht, oder starken Hell-Dunkel-Konstrasten zu fotografieren. Die meisten Kameras, die du heute kaufen kannst, haben einen guten Bildsensor, weshalb ich darauf hier nicht gesondert eingehe. Für spezielle Fälle eignen sich manche Kamerasensoren besser als andere, grundlegend kannst du aber nicht wirklich etwas falsch machen.

Kamera Empfehlungen

Nun aber zu konkreten Kameras. Es ist immer schwierig genaue Empfehlungen zu geben, zumal unterschiedliche Modelle auch immer Nach- und Vorteile gegenüber anderen Kameras mit sich bringen und es natürlich auch darauf ankommt, was du damit willst. Die folgenden Vorschläge kommen aus meiner eigenen Erfahrung und richten sich an Menschen, die gerne mehr machen wollen als nur ein par nette Urlaubsfotos.
Ich empfehle dir (unabhängig vom Hersteller) nie die absoluten Einsteigermodelle zu nehmen, da diese Modelle viele Features, die für dich nachher interessant werden, nicht mitbringen und du schnell an die Grenzen der Kamera stoßen wirst, sobald du dich intensiver mit Fotografie beschäftigst.
Ich selbst fotografiere mit Nikon Kameras. Ich kann Die Nikon D5200*/D5300*/D5500* sowie die D7100*/D7200*/D7500* wärmstens empfehlen. In der 5XXX Reihe sind übrigens die gleichen Bildsensoren verbaut, wie in den D7XXX Kameras.
Die D3XXX Serie (D3000-D3500) ist die Einsteigerserie, von der ich dir abraten würde, da hier teilweise grundlegende nützliche Funktionen fehlen.
Bei Canon kenne ich mich leider nicht gut aus, also übernehme ich Empfehlungen von anderen Fotografen. Die empfehlen alles aufwärts ab der 600D* (also 650D*/700D*/750D*), sprich die 1XX und die 1XXX Serie von Canon solltest du nicht umbedingt nehmen. In der Sony-Welt ist die A6000*, A6300* oder A6500* zu empfehlen. Wenn du eine sehr kleine Kamera für unterwegs haben möchtest, kann ich dir die Sony RX 100 M3*, M4* oder M5* empfehlen

Voraus planen

Beachten solltest, wenn du dich für einen Hersteller bzw. ein Kamerasystem entscheidest, kann ein Wechsel teuer sein. Denn jeder Kamerahersteller hat einen eigenen Objektivanschluss, d.h. Nikon Objektive, passen auch nur auf Nikon Kameras. Deswegen – um nochmal auf den Punkt der Handhabung zu sprechen zu kommen – achte darauf, dass die Kamera zu dir passt.
Canon und Nikon, sind die beiden größten Vertreter für Digitale Spiegelreflex Kameras (kurz DSLR’s). Das bedeutet, dass für diese beiden Marken auch das meiste Equipment hergestellt wird. Wenn du also eine Kamera eines eher kleineren Herstellers nimmst, wirst du später weniger Auswahl an weiteren Objektiven und sonstigem Equipment haben. Je ausgefallener die Kamera, desto teuer wird es wahrscheinlich nachher für dich bzw. desto wahrscheinlicher ist es, dass du das Objektiv o.ä. was du ggf. brauchst, nicht findest. Sony hat in den letzten Jahren allerdings das Feld mit Spiegellosen Kameras ganz schön aufgerollt. Diese Kameras stehen Kameras mit einem Spiegel in pucto Bildqualität in Nichts nach. Du kannst hier also auch damit rechnen, dass es vor allem für das Kamera System von Sony zukünftig ausreichend Auswahl an Objektiven und zusätzlichem Equipment geben wird.

Zum Objektiv

Ich gehe in einem zweiten Artikel darauf ein welche Objektivarten es gibt und was denn nun ein gutes Objektiv eigentlich ausmacht. Das kann für den Anfang etwas arg viel und überfordernd sein und benötigt etwas Vorwissen zur Funktionsweise der Kamera und zum Objektiv, deshalb gebe ich dir hier eine konkrete Empfehlung.

Wie oben schon erwähnt, sind die Kit-Objektive abbildungstechnisch nicht wirklich die besten Objektive. Allerdings machen Kit-Objektive auch ihren Job und sind preiswert. Benjamin Jaworskyj hat ein Buch geschrieben: Fotos nach Rezept*, in dem er zeigt, wie man tolle Bilder mit einer Einsteigerkamera und dem Kit-Objektiv machen kann. Das Buch richtet sich an Anfänger und gibt einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten die Fotografie bietet.
Als Alternative zum Kit-Objektiv kannst du dir aber auch eine Festbrennweite kaufen (oder beides, falls du das Geld dazu hast). Hier gibt es z.B. von Nikon das NIKKOR 35mm 1:1,8G*, das NIKKOR 50 mm 1:1,8G*, von Canon das Canon EF 50mm 1:1.8 II*, oder von Sony SONY FE 50mm 1:1.8*. Die 50mm Objektive sind meist recht preiswert, liefern aber eine sehr gute Bildqualität.

Meine persönliche Empfehlung an dich lautet: kauf dir eine Festbrennweite mit einer schönen Offenblende. So wirst du viel eher deinen Blick schulen, als mit einem Zoom-Objektiv, außerdem bieten Festbrennweiten im Vergleich zu Zoomobjektiven grundlegend eine bessere Bildqualität.

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