Der Amateur sorgt sich um die richtige Ausrüstung,
der Profi sorgt sich ums Geld
und der Meister sorgt sich ums Licht.

Eigentlich mag ich dieses Zitat nicht, da es sehr arrogant wirkt und anderen Menschen einen Status als Fotograf*in zuschreibt aufgrund des eigenen Fokus. Ich habe es trotzdem genommen um die Relevanz von Licht in der Fotografie zu unterstreichen. Gleichzeitig möchte ich mir hier auf gar keinen Fall auf das Podest eines Meisters stellen.

Auf das Licht kommt es an

Was meint das eigentlich? Ja klar ist Licht irgendwie relevant für die Fotografie, denn ohne Licht das auf den Sensor (oder den Film) trifft kann auch kein Foto entstehen.
Licht, sei es natürlich durch die Sonne, oder künstlich erzeugt, kann ganz verschiedene Ausprägungen annehmen. Klar, es kann unterschiedlich hell sein, es kann aber auch eine unterschiedliche Farbe haben, oder besonders hart, oder weich sein. Es klingt im ersten Moment vielleicht offensichtlich, es ist für die Fotografie allerdings alles andere als belanglos.

Natürliches Licht

Ein praktisches Beispiel in der Auswirkung von verschiedenen Lichtformen lässt sich in der Landschafts- und Peoplefotografie mit Sonnenlicht zeigen.

Bei einem wolkenlosen Himmel ist es tagsüber z.B. sehr hell, die Landschaft wird mit einem harten weißen Licht getroffen. Die meisten Kameras haben hier Schwierigkeiten mit den Lichtverhältnissen, entweder ist der Himmel richtig belichtet und die Landschaft schwarz, oder die Landschaft ist korrekt belichtet und der Himmel komplett ausgebrannt und weiß. Häufig sieht die Landschaft bei starkem Sonnenlicht auf dem Bild verwaschen aus und die Farben kommen nicht so stark raus.

Bei diesem Bild ist es besonders deutlich. Die Spiegelung im Wasseri ist sogar komplett ausgebrannt

Direktes Sonnenlicht ist sehr hart und sorgte für klare Schattenkonturen. Das kann in der Peoplefotografie Schwierigkeiten bereiten, da sich hierbei schnell Schatten unter Den Augen bilden, da das Licht von oben kommt.

Auch dieses Bild wurde am helllichten Tag aufgenommen. Die Farben wirken blasser (im Vergleich zum Bild weiter unten)

Ganz anders sieht das Licht hingegen bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang aus. Das Licht steht deutlich flacher, es gibt also lange Schatten, es ist nicht so hell wie tagsüber und es geht viel mehr in die Farbe Orange anstatt ins Weiße.

Dieses Bild ist zur goldenen Stunde während des Sonnenuntergangs entstanden. Das tiefstehende orange Licht lässt die Landschaft leuchten und bringt die Farben besonders hervor

Direkt nach dem Sonnenuntergang gibt es zwar kein direktes Licht mehr, aber es ist dennoch hell genug um ausreichend belichtete Bilder zu machen. In der Fotografie wird hier von der blauen Stunde gesprochen, die Zeit vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang in welcher der Himmel nicht schwarz ist und das Licht farblich besondere Stimmung erzeugt.

Diffuses Licht, also Licht, welches keine harten Schatten wirft ergibt sich dann, wenn der Himmel bewölkt ist. Hier ist es zwar nicht so hell, dafür verteilt sich das Licht viel gleichmäßiger und Personen oder auch Landschaften wirken auf Bildern viel natürlicher (ausgeleuchtet).

Dieses Bild wurde ebenfalls tagsüber aufgenommen, allerdings gibt es hier kein direktes Sonnenlicht, die Landschaft ist gleichmäßig ausgeleuchtet.

Natürliches Licht in der Praxis

Planen

Natürliches Licht lässt sich nur schwer kontrollieren, trotzdem kannst du planen, welches Licht du gerne haben möchtest und versuchen genau dann zu dem Ort, den du fotografieren willst, zu gehen, wenn die Wahrscheinlichkeit dafür am größten ist. Wenn du leuchtende Farben haben möchtest, geh am besten zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Es ist draußen dicht bewölkt? Perfektes Wetter um tagsüber ohne harte Schatten zu fotografieren.

Geduld

Das Licht passt gerade nicht? Dann warte etwas. Wenn ich die Zeit dazu habe, verbringe ich in der Regel mehrere Stunden an einem Ort und lass teilweise auch einfach meine Kamera stehen und warte nur darauf, dass sich das Licht ändert.

Wiederholung

Es war nicht das Licht da, was du wolltest? Dann geh nochmal zu dem Ort und wenn das immer noch nicht gepasst hat, dann geh nochmal hin. Die Landschaftsfotografie hat für mich viel mit neuen Versuchen zu tun. Die Landschaft wird nächstes Mal mit anderem Wetter und anderem Licht auch ganz anders aussehen und irgendwann wird das passende kommen.

Fazit

Verschiedene Lichtarten spielen eine enorme Rolle in der Fotografie und können die Bildstimmung dramatisch verändern. Manchmal ist es gerade einfach Glück das richtige Licht zu haben, häufig aber eher Geduld und ausdauernde Arbeit.

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